Entrée

Donnerstag, 02. August 07

Härtetest für Niederbayern!

Da fährt man jahrelang immer wieder mal ins Tessin, geniesst la dolce vita italiana alla svizzera, hegt und pflegt die Beziehung zu den Eidgenossen und was ist der Welten Lohn?
UNDANK!
... tatsächlich verlangen die Eidgenossen, mutig (oder übermütig) geworden durch den Umstand des "Nationalfeiertages", dem 1. August, doch tatsächlich, dass Gast einen Test absolviert um künftig unbehelligt das Strassennetz benutzen zu dürfen, dass einen ins kleine Paradies und wieder zurück führt.
Wäre dieses Land der Unwilligen endlich der EU beigetreten, so müsste Gast sich solche Sachen nicht gefallen lassen. Aber so sind's halt, diese Urschweizer...
Also macht man gute Miene zum merkwürdigen Spiel und verbringt einen Teil des ursprünglich gemütlich geplanten Abends mit seltsamen Fragen zu Fahnen, Demokratie, kulinarischen Errungenschaften etc. etc. und das Ganze unter dem Deckmäntelchen einer Einladung zur Übernachtung bei der Durchfahrt 'gen Süden.

Wursttest
Beim Wurst-Test (natürlich vom Grill) - scheinen Helmut und Petra wenigstens etwas entspannen zu können - gab es doch etwas Geniessbares zwischen die Zähne und nicht nur Fragen für die grauen Zellen.

Auf der Fahrt in die Ferien machten Petra und Helmut bei uns Zwischenhalt - da der 1. August gerade so ein Anlass zum Feiern ist, beschlossen René und ich, das "VOLLE PROGRAMM" mit den beiden durchzuziehen. Bereits am Morgen fragten sich unsere Nachbarn, was wir wohl planten: Haus und Garten wurden brav mit Schweizer Fähnchen dekoriert, Lampions in Position gebracht und das Feuerwerk für den Abend bereit bestellt. Ein - unserer Meinung nach wirklich leichten - Fragebogen zum Thema "Schweiz - ein grosses Fragezeichen" wurde vorbereitet, der Grill eingeheizt und und und -

... und dann genossen wir einen ausgesprochen schönen Sommerabend. Leider reichte es am Nachmittag zum Fotografieren des Kuchens - später war es zum Essen-Fotografieren irgendwann mal tatsächlich zu dunkel - und so muss ich Rezepte und Fotos später  hier mal nachreichen. René ist ganz glücklich darüber - kommt er doch in doppelten Genuss!

Zitronekokos

Als Vorspeise gab es etwas Erfrischendes - erschienen im letzten Jahr in der Saisonküche - nämlich ein Melonen-Gurken-Cocktail. Und der ist wirklich gelungen! Im Originalrezept werden Pouletspiesschen dazu gereicht - darauf habe ich grosszügigerweise verzichtet, schliesslich gab es später Huhn vom Grill - deshalb habe ich kurz gegrillte Kleinstcalamari in einer Schale dazu serviert; gut mariniert und pikant gewürzt ganz lecker!

Melonengurkencocktail_mit_pouletspi

==========  REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4

     Titel: Gurken-Melonen-Cocktail mit Pouletspiesschen
Kategorien: Vorspeisen, Gemüse, Geflügel, BBQ
     Menge: 4 Portionen

    400     Gramm  Wassermelone
      3    Zweige  Basilikum
      2      Essl. Distel- oder aromatisches Olivenöl
      1      Teel. Limettensaft
                   Fleur de sel
    1/2            Nostrano-Gurke
      1            Pouletbrüstchen
      1      Essl. Sonnenblumenöl

============================ QUELLE ============================
            Saison-Küche 07/2006
            -- Erfasst *RK* 02.08.2007 von
            -- Marie-Isabelle Bill

1 Von der Melone 4 sehr dünne Tranchen abschneiden, vorsichtig mit
Folie bedecken  und beiseite stellen. Rest schälen und entkernen.
Für die Sauce ca. 100 g Melone mit den Blättern von 1 Basilikumzweig
pürieren. Distelöl und Limettensaft dazugeben. Mit Fleur de sel
würzen. Gurke schälen, entkernen. Restliche Melone und Gurke in
Würfelchen schneiden. 2 EL Melonensauce beiseite stellen. Rest mit
Gurken- und Melonenwürfeln mischen. 20 Minuten marinieren.

2 Poulet längs in 4 Streifen schneiden. Wellenartig auf Spiesschen
stecken. Mit beiseite gestellter Melonensauce begiessen. 10 Minuten
ziehen lassen.

3 Spiesschen aus der Marinade heben und gut abtropfen lassen
(Marinade wegkippen). Bei mittlerer Hitze im Sonnenblumenöl rundum 3-
4 Minuten braten. Mit Fleur de sel würzen. Je 1 dünne Melonentranche
den Rand entlang in ein hohes Glas stellen. Blätter von 1
Basilikumzweig in feine Streifen schneiden. Mit dem Melonen-Gurken-
Cocktail mischen. In Gläser verteilen. Mit Fleur de sel und
Basilikum garnieren. Mit Spiesschen servieren.

BILLI:

Grandios, aber das mit den dünnen Melonentranchen war eine kleine
Übung.... Trotzdem, diese Vorspeise schmeckt hervorragend
erfrischend. Ich habe beim ersten Mal Oliven-Öl genommen, gab einen
speziellen Geschmack. Da kann man etwas spielen, weil Gurke und
Melone unterschiedlich auf die verschiedenen Öle reagieren. (Arganöl
funktioniert auch!!)

Zubereitungszeit ca. 25 Minuten + 20 Minuten marinieren

Nährwerte pro Person ca. 9g Eiweiss, 5g Fett, 7g Kohlenhydrate, 450
kj/110 Kcal

=====

Als Beilage wagte ich mich an einen Süsskartoffelstrudel - mal wieder ein Hitrezept aus der Saisonküche:

Ssskartoffelstrudel

==========  REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.4

     Titel: Süsskartoffelstrudel
Kategorien: Gemüse, Backen, Vorspeisen
     Menge: 4-6 Portionen

    400     Gramm  Süsskartoffeln
    250     Gramm  Rohschinken
      2            Zwiebeln
      3      Essl. Erdnussöl
      2      Essl. Milder Curry
                   Curry Madras zum Abschmecken
                   Salz, Zitronenpfeffer
      2   Blätter  Strudelteig ausgewallt, 60 g
    180     Gramm  Saurer Halbrahm oder Crème fraîche

============================ QUELLE ============================
            Saison-Küche, 06/2006
            -- Erfasst *RK* 02.08.2007 von
            -- Marie-Isabelle Bill

1 Süsskartoffeln schälen, in grobe Würfel schneiden und in reichlich
Wasser weich kochen. Abgiessen und abkühlen lassen. Rohschinken in
Streifen schneiden. Zwiebeln hacken, in 1 EL Öl andünsten.
Rohschinken beigeben. Süsskartoffelwürfel beigeben. Alles kurz
anbraten. Curry beigeben. Mit Curry Madras, Salz und Zitronenpfeffer
abschmecken. Abkühlen lassen.

2 Backofen auf 220 °C vorheizen. Ein Küchentuch ausbreiten. 1 Blatt
Strudelteig darauf legen. Mit 1 EL Öl bepinseln und mit etwas Curry
Madras bestreuen. Mit dem zweiten Blatt Strudelteig decken und die
Süsskartoffelfüllung darauf verteilen. Sauerrahm darauf verteilen.
Teigränder seitlich 5 cm einschlagen. Strudel mit Hilfe des Tuchs
satt einrollen. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen und mit
restlichem Öl bepinseln. In der Ofenmitte ca. 30 Minuten backen.

Mit Salat als kleine Mahlzeit servieren oder als Beilage zum BBQ.

BILLI:

Ist allseits auf Gegenliebe gestossen - und sooo aufwändig ist das
gar nicht. Ich habe einen scharfen Curry verwendet, aber das ist
Geschmackssache. Als Beilage beim BBQ hat er Furore gemacht. Wird
auch bestens zum Truthahn passen....

Zubereitungszeit ca. 35 Minuten + ca. 20 Minuten abkühlen lassen +
ca. 30 Minuten backen

Nährwerte Pro Person ca. 19g Eiweiss, 25g Fett, 14g Kohlenhydrate,
1500 kj/360 Kcal
=====

René wollte das von Helmut Erlernte nun endlich mal vor dem Grillmeister himself anwenden und präparierte zwei äusserst delikate Hähnchen. Der Clou daran, keine Füllung, aber eine sehr aromatische Kräuterbutter wird zwischen Haut und Fleisch gebracht. Sie verhindert, dass die Hähnchen austrocknen und sorgt dafür, dass die Haut knusprig und nicht ledrig wird. Ein voller Erfolg!

Ach ja, die zwei Niederbayern haben die Aufenthaltsbewilligung Typ "B+R" auf Lebenszeit errungen. Ich weiss gar nicht, was es da zu klagen gibt.... ;-))

Mittwoch, 01. November 06

Alte Schulden ...

Ich schulde Petra von Chili und Ciabatta noch etwas …

Anlässlich ihres Besuches bei uns durfte ich mich küchen- nein, menümässig etwas „ausleben“.

Nebst Favasüppchen, Lamm mit Aprikosensauce, Tomatenmousse mit Knoblauchscampi und dem Zwischengang in Form eines Pikant-würzigen Himbeersorbets gab es auch die leckere Schokoladen-Mandelcrème-Terrine als Dessert. Sie hat sich super bewährt und ist bereits wieder von Erfolg gekrönt worden.

Aber mein „Herzstück“, von dem eigentlich nur Petra ein schönes Foto geschossen hat, ist und bleibt die Ziegenfrischkäse-Terrine. Das Rezept entdeckte ich im Juli in einem feinen französischen Kochheft, das ich gerne öfters kaufen möchte, das aber hier nicht immer erhältlich ist: Coté cuisine.

Diese Terrine ist eine Augenweide und zugleich auch eine kulinarische Offenbarung. Ja, ja, jeder darf mich auslachen – und sollte mal das Rezept ausprobieren! Sicher schmeckt die Terrine je nach Frischkäsesorte etwas anders, intensiver, feiner. Aber ich bin überzeugt, das ist so eine richtige „Auftrumpf-Vorspeise“ und ich kann mir gut vorstellen, dass für Ziegenkäsegegner auch eine Kuhmilchfrischkäse-Variante möglich wäre – aber Hand auf’s Herz – ich glaube nicht, dass jeder herausfinden würde, was für Käse das ist.

Genug geplaudert, nach fleissiger Uebersetzungsarbeit hier nun mein Liebling:

Frischkterr_2           Frischkterr2

========== REZKONV-Rezept - RezkonvSuite v1.1

     Titel: Paprika-Ziegenfrischkäse-Terrinen
Kategorien: Vorspeisen, Gemüse, Käse, Vorbereiten
     Menge: 6 Personen

      6            Paprika, je 3 rote u. 3 gelbe
                   Nicht zu klein, eher länglich
                   Öl zum Bestreichen des Backbleches
    1-2            Tiefkühlsäcke aus Kunststoff
                   Backpapier (Pergament)
                   Olivenöl zum Bestreichen der Förmchen
    1-2   Blätter  Gelatine (à 2 g)
    200     Gramm  Ziegenfrischkäse
      3      Teel. Tapenade (Olivenpaste) je nach Geschmack grün o.
                   -- schwarz
                   Frischer Pfeffer
    120        ml  Crème fraîche (flüssig)
    3-4      Essl. Olivenöl

============================== QUELLE ==============================
                   Côté cuisine Juli 2006
                   leicht adaptiert
                   -- Erfasst *RK* 01.11.2006 von
                   -- Marie-Isabelle Bill

Petites terrines de poivrons à la tapenade

**Vorbereitung**

Backofen auf 180 Grad vorheizen.

Die Paprika der Länge nach halbieren, entkernen und auch die weissen
Häute wegschneiden. Mit der Schnittfläche gegen unten auf ein leicht
geöltes Kuchenblech legen und im Backofen 60 - 80 Min. "backen".
Nicht erschrecken, die Haut wirft dunkle, fast schwarze Blasen! Am
Schluss noch für 5 Min. unter den Grill legen. Herausnehmen und noch
heiss in den TK-Sack geben. Sofort verschliessen und min. 30 Min.
darin abkühlen lassen.

**Zubereitung**

Terrinenförmchen gut einölen.

Aus Backpapier Rondellen in der Grösse der Terrinenböden
ausschneiden und in die geölten Terrinenförmchen legen.

Die Paprika enthäuten (was nun sehr einfach geht) und in ca 0.5 cm
breite (oder je nach Grösse der Form angepasste) Streifen schneiden.
Zuerst allerdings die Förmchenböden mit Streifen auslegen, diese
sind ja unterschiedlich gross.

Die Gelatineblätter in kaltem Wasser einweichen.

Dann die Wände der Förmchen auslegen (abwechslungsweise rot/gelb).
Die restlichen Streifen in eine feine Brunoise (feinste Würfelchen)
schneiden und beiseite legen.

Nun in einer Schüssel den Frischkäse und die Tapenade gut vermischen
(mit einer Gabel). Mit etwas Pfeffer abschmecken.

Die Crème fraîche in einer kleinen Pfanne leicht erhitzen und die
ausdrückte Gelatine gut unterrühren, bis sie sich aufgelöst hat. 1
EL der Frischkäsemischung unterrühren und sehr gut vermischen. Nun
diese Crème unter die Frischkäsemischung rühren, bis eine homogene,
feine Masse entsteht. Jetzt noch die Paprika-Brunoise vorsichtig
unterrühren.

Jetzt diese Mischung in die Förmchen verteilen. Darauf achten, dass
die Frischkäsemenge auf gleicher Höhe wie die Enden der
Paprikastreifen liegt. Mit Haushaltfolie abdecken und für 4 Stunden
im Kühlschrank fest werden lassen.

Zum Servieren können die Terrinen nun sehr gut gestürzt werden, da
sie wegen des Backpapiers nicht am Boden kleben. Garnieren mit
Sprossen oder Basilikum.

Servieren mit einem feinen Salat und dunklem Bauernbrot.

ZEITEN: Vorbereitung: mind. 70 Min.; Zubereitungszeit 30-40 Min.;
Kühlzeit 4 Stunden

BILLI: Einfach sensationell, sicher etwas aufwändig, aber es lohnt
sich auf jeden Fall. Eine wahre Augenweide und superfein im
Geschmack - ich habe sie mit Pfeffer-Hafer-Biscuits und dunklem
Bauernbrot probiert. Schmeckt einfach Mmmmmmmh! Angerichtet mit
Sprossen und etwas Zitronenöl und Fleur de Sel und frischen Pfeffer
dazu gereicht.

Die Portionen sind recht grosszügig berechnet. In einem Menü reicht
sicher auch ein halbes Stück. Wenn dieses gut angerichtet und
dekoriert wird, sieht das auch noch schön aus. Im Originalrezept
sind bloss 4 Paprikas eingesetzt, was eindeutig zuwenig ist, wenn
die Förmchen schön ausgelegt werden sollen. Die Frage ob schwarze
oder grüne Tapenade ist lediglich eine Frage des Geschmackes: Die
Dunkle ist sicher kräftiger im Aroma, wobei z.B. bei der Grünen auch
zusätzlich noch klein Olivenscheibchen beigefügt werden können. Die
Paprika können auch gut vorbereitet werden, indem sie gleich am
Morgen "gebacken" werden und dann bei geschlossenem Backofen
abkühlen. Der Ofen wird erst geöffnet, wenn die Paprika gehäutet
werden müssen. Dies muss allerdings am selben Tag geschehen.

TIPP von Côté cuisine: Anstelle von Einzelportionen kann auch eine
grosse Terrine (z.B. in Cakeform) produziert werden. Dazu müssten
aber die Paprikastreifen ca 2-3 cm breit sein und die Gelatinemenge
müsste geringfügig erhöht werden, damit nachher auch schöne Tranchen
zu schneiden sind. Die Rezeptautoren empfehlen für eine grosse
Caketerrine die doppelte Menge an Zutaten.

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